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Horst Wagner - Industrie und Mensch                                         Malerei/Grafik
            
Die experimentelle Suche nach künstlerischen Lösungen für das jeweilige Werk ist bei Horst Wagner das Produkt analytischer Arbeit, des Sammelns von Materialien, der Auswahl im Gefundenen und der Umsetzung der erstrittenen Mittel ins Bild. Eine Fülle von Zeichnungen, von denen vor allem die Skizzenbücher das permanente Arbeiten dokumentieren, tragen in Schritten dazu bei, einen eigenen Bilderkosmos zu entwickeln, wo kaum etwas ausgelassen wird, was in einen Alltag führt: in die Landschaft, zur Darstellung des Menschenbildes, in die Bloßlegung gesellschaftlicher Konflikte. Das jeweilige Sujet bestimmt den gestalterischen Ansatz.
Horst Wagner filtert aus einer Bilderflut der Medien das für ihn Wesentliche verallgemeinernd heraus. Da zeigt er in Nahaufnahme, konzentriert auf wenige Figuren, den allgemeinen "Karneval", das feiste Dasein eines ewig grinsenden Narren, das Nackte, das sich vermarktet, den irritierenden Glatzkopf eines Arrivierten - aber nah bei Ihnen alle lauert der Tod geduldig und wohlwollend, Fleisch lebe wohl.
Korrespondierend zu allen setzt Horst Wagner mit einer Reihe von Ikarus - Zeichnungen des Jahres 2003 seine Arbeit fort, Zeichnungen der Befreiung des Menschen aus seiner Gefangenschaft, wie mit den Helden der griechischen Mythologie Dädalus und Ikarus. Und erreichen es hoffnungsvoll in Vogelkleidern aufzusteigen und zu fliehen, bis der Flieger Ikarus im Rausch der Freiheit zur Sonne schwebt und brennend abstürzt.
Mit intensiven, temperamentvoll gesetzten Bleistiftstrichen, fügt der Künstler Form an Form, setzt dramatische Licht - und Schattenwerte, klimatisiert gleichsam das Ereignis, das letztlich eine Rückkehr in diese Welt ist, bei aller Farbe die er im "Aufstieg" des Ikarus walten lässt. Griechische Mythologie, mittelalterliche Ikonographie sind Horst Wagner abendländische Verständigungsmittel, mit denen er seine zumeist inneren Bilder nach außen gestaltet. Das Gleichnis der Kreuzigung, der Tod eines beispielhaften Menschen, der am Elend der Welt litt, stellt der Künstler fragend in den Raum. Er ist sein eigenes Fragen, seine Suche nach Auswegen aus verwahrloster Gegenwart.

Aber immer wieder ist es die Landschaft, die ihm alles frei zur Verfügung stellt, ohne Bedingungen zu stellen, die Erde und den Himmel, Fauna und Flora, Luft und Wasser. Da setzt er sich hinein, bis die Nacht den Blick verdunkelt. Es sind freie Landschaften, Bilder mit verfallener Industrie, Kiesgruben, Stadtlandschaften, die im Wechsel geschaffen werden, nur um nicht flüchtig zu werden vor dem, was das wachsame Augen sieht.

Horst Wagner arbeitet an der Dringlichkeit glaubhafter Bilder vor Ort, im Atelier mit den Mitteln, die ihn stets aktuell herausfordern. Bilder, die alles offen lassen, die von einer wunderbaren Andeutung leben, vom weiten Blick einer Landschaft bis zum Horizont, wo das Geheimnis gewahrt ist in den leisen Bewegungen der Elemente. Impression und Expressivität haben so ihre Berechtigung im Werk, da die Imaginationen nicht voraus zu bestimmen sind. Wenn er Farbe auf Farbe schichtet mit gestischen Pinselhieben, bis die Bildfläche aufwächst, zu Kruste wird und nur ein kleines grelles Licht zu gelassen wird, fokussiert das Augen sich auf das Rätsel Bild.
Als realistischer Künstler arbeitet Horst Wagner jedoch nie im Niemandsland, denn seine Welt ist die unsere.

Herbert Schönemann





1959         in Erfurt geboren
1979         künstlerische Beschäftigung auf dem Gebiet der Malerei u. Grafik
1986 - 1987     Spezialschule für Malerei und Grafik in der Kulturakademie                                Rudolstadt
1992 - 1997     weitere künstlerische Ausbildung über die Kulturaxe Wien                                 der Kunsthochschulen Wien und Bratislava
1997                 Aufnahme in den Verband bildender Künstler Thüringen;
seit 2000        Dozent an den Volkshochschulen Erfurt, Jena und Weimar


AUSSTELLUNGEN

2006     Ausstellung mit der Künstlergruppe 247, Kunsthalle Arnstadt, u. Amtsgericht Arnstadt
2006     Schlossmuseum Molsdorf
2006     Haus der Kunst in München
              Ausstellungsbeteiligung zum Thema - „Siehmalan"
2005     Kunstverein Wasserburg - Ausstellungsbeteiligung
2004     Haus der Kunst in München - Ausstellungsbeteiligung
2004     Kunsthalle Duisburg - Ausstellungsbeteiligung
2004     Museum Stendal - Ausstellungsbeteiligung
2004     Museum Schloss Friedenstein - Ausstellungsbeteiligung
2004     Finanzzentrum Erfurt - Ausstellungsbeteiligung
              (Thema: Spurensuche Christliche Kunst)
2004     Galerie Lorenz - Personalausstellung
               (Thema: „Vom Traum zu fliegen")
2003     Schlossmuseum Molsdorf - Personalausstellung
2003     Galerie am Markt, Weimar - Personalausstell.
              (Thema: „Menschliches allzu Menschlich")
2002     Thüringer Landeskunstausstellung - Ausstellungsbeteiligung
2002     Thüringer Kunstmesse Arthuer - Ausstellungsbeteiligung
2001     Museumsgalerie in Creuzburg - Personalausstellung
1998     Galerie Böhner in Mannheim - Personalausstellung
1997     Verbandsgalerie Thüringen - Personalausstellung

Werke in öffentlichen Sammlungen:
u.a. Museum Schloss Molsdorf, Thüringer Kultusministerium


                     Vernissage:                          Freitag, 22.01.2010, ab 19 Uhr
                                               
 Dauer der Ausstellung:                          23.01. – März 2010
           
       




Öffnungszeiten:  
im WINTER     Samstag, Sonntag und Montag  11.00 -17.00 Uhr
(Nach Vereinbarung sind Besuche auch zu anderen Zeiten möglich.)
Eintritt: 2,- € / 1,- € ermäßigt ( Schüler, Student., Rentner, Arbeitsuch.)

      

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